27. Schreibnacht: Kerstin Gier und ganz viel Inspiration

Nach der Schreibnacht ist vor der Schreibnacht. Und obwohl am Freitag ja schon wieder die nächste ansteht, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, euch meine Highlights der letzten Schreibnacht zu schildern.
Der 27. Schreibnacht. (27 ist eine meiner Lieblingszahlen. Das nur mal so als zusätzliche Randinformation.)
Der Schreibnacht mit Kerstin Gier als Special Guest.

Ich muss zugeben, ich habe nie etwas von Kerstin Gier gelesen. Aber als ich meiner Schwester in den USA per Whatsapp erzählte, was ich gerade mache, flippte sie aus vor Begeisterung („Her books made me want to be a teenager again!“) und versprach mir, ich dürfe mir die Rubinrot-Reihe von ihr ausleihen. Was ich  mir nach Kerstin Giers wunderbar inspirierenden Antworten im Forum auch nicht entgehen lassen werde.

Und wie bei meinem Beitrag zur Schreibnacht mit Cornelia Funke gibt es auch jetzt wieder meine Highlight-Antworten von Kerstin Gier aus der Fragestunde. Die ganze Fragestunde findet ihr im Fragestunden-Archiv des Forums zum Nachlesen.

„… um ehrlich zu sein finde ich jede Szene schwierig – ich kämpfe mich von Anfang bis Ende durch mein Manuskript. Manchmal fließt es etwas schneller, aber meistens ringe ich mit jedem Satz.“

„Ich bin eine sehr, sehr langsame Schreiberin. An guten Tagen schaffe ich drei Manuskriptseiten, an schlechten streiche ich die drei vom Vortag.“

Warum ich diese beiden inspirierend finde, klingen sie doch eher nach viel und vor allem schwieriger Arbeit? Weil es eben genau das ist! Weil diese Sätze zeigen, dass auch Bestsellerautorinnen nur Menschen sind. Dass Bestsellerautorinnen keine Maschinen sind, die fertige Geschichten ausspucken, oder Zauberer, die tolle Bücher mit einem Schwenk ihres Zauberstabes magisch aus dem Nichts erscheinen lassen. Wenn man erkennt, dass auch eine Kerstin Gier nur mit Wasser kocht und mit ihren Sätzen ringt, fällt es einem leichter, sich durch eigene Selbstzweifel zu kämpfen und nicht aufzugeben, auch wenn es mal zäher läuft. Und mit „einem“ meine ich in erster Linie auch mich selbst. Weswegen ich auch den zweiten Satz hervorheben musste. Dass aus langsamen Schreibern Bestsellerautoren werden können, motiviert mich Schreib-Schnecke ungemein!

Die nächsten drei sind einfach wunderbar – wunderbare Sätze, die nicht das Schwierige, sondern das Magische am Schreiben einfangen. (Und nein, es ist kein Paradox, dass ich eben noch betont habe, Schreiben ist keine Magie, sondern harte Arbeit. Bzw. doch, es ist ein Paradox. Aber es ist wahr. Schreiben ist beides.) Das, was wir leidenschaftlichen Schreiberlinge so sehr an unserer Passion lieben.

„Ich gehe sehr lange mit einer Geschichte schwanger, dann fange ich an, den Plot zu entwerfen und erst, wenn ich alle Einzelheiten kenne, fange ich mit dem Schreiben an. Um dann zu merken, dass ich gar nicht alle Einzelheiten kenne. Aber das ist das Schöne am Schreiben, dass man trotz gründlicher Planung immer noch von sich selber überrascht wird.“

„Ich mag es, das Schreiben des ersten Satzes lange herauszuzögern und einfach noch ein bisschen länger “schwanger” zu gehen mit dem Buch und mir alle Ideen und Figuren immer und immer wieder durch den Kopf gehen zu lassen. Meine Agentin nennt das “mit dem Manuskript flirten”, und so fühlt es sich auch an: Wie Verliebtsein.“

„Ich weiß nicht, wo die Ideen herkommen, sie sind einfach da, manche breiten sich in mir aus und fangen an zu leuchten, andere verstecken sich in einem dunklen Winkel meines Gehirns, aus dem sie dann Jahre später wieder hervorkriechen, ich bin unheimlich dankbar, dass das so ist, und ich glaube heimlich, dass es etwas mit Magie zu tun hat.“

Geschrieben habe ich natürlich ebenfalls.

Und auch wenn meine End-Wortzahl (anders als der Tweet es vermuten lässst) mal wieder eher beschaulich war – es war eine der besten Schreibnächte, an denen ich teilgenommen habe. Weil die stündlichen Aufgaben wunderbar waren. Weil wir es trotz einer unaussprechlichen Fernsehsendung in die Twitter-Trends geschafft haben. Wegen der 827 Wörter, die mein Manuskript in dieser Nacht dazugewonnen hat. Weil die Stimmung passte. Weil der Spirit so greifbar war.

Die 28. Schreibnacht nächsten Freitag kann ich kaum erwarten!



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Veröffentlicht2. Februar 2016 von lily in Kategorie "Allgemein", "Geschrieben.

1 COMMENTS :

  1. By Sarah on

    Allerdings! Das habe ich beim Lesen der ersten beiden Sätze von KG spontan auch gedacht: die sind wie für Lily gemacht – pure Ermutigung!

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